Wenn ein Gelenk durch Verschleiß oder Verletzung so stark geschädigt ist, dass Bewegung nur noch unter Schmerzen möglich ist, kann ein künstliches Gelenk helfen. In unserem zertifizierten EndoProthetikZentrum ersetzen wir vor allem Hüft- und Kniegelenke und geben Ihnen so ein Stück Beweglichkeit zurück.
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Mit zunehmender Lebenserwartung leiden immer mehr Menschen unter dem Verschleiß der Gelenke (Arthrose), insbesondere an Hüfte und Knie. Zunächst äußert sich eine Arthrose oft durch belastungs- und bewegungsabhängige Schmerzen. In der Regel behandeln wir zuerst konservativ – etwa mit Schmerzmitteln, Physiotherapie sowie Wärme- und Hydrotherapie.
Bringen diese Maßnahmen keine dauerhafte Besserung, kann der Einsatz eines künstlichen Gelenks sinnvoll sein. Während des stationären Aufenthalts bereiten wir Sie schon in der Klinik mit einem umfassenden Nachbehandlungsplan und Unterstützung des Zentrums für Physikalische Therapie und ambulante Rehabilitation auf die anschließende Reha vor.
Bei stark verschlissenen oder verletzten Hüftgelenken können Teile oder das gesamte Gelenk durch ein Kunstgelenk aus Metall, Kunststoff oder Keramik ersetzt werden; die Wahl richtet sich nach Ihren individuellen Bedürfnissen. Empfohlen wird eine Hüftprothese unter anderem bei weit fortgeschrittener Hüftarthrose, wenn andere Therapien keinen dauerhaften Erfolg hatten, bei rheumatischer Arthritis und Hüftkopfnekrose sowie bei schweren Verletzungen wie einem Oberschenkelhalsbruch nach Sturz.
Der Eingriff dauert in der Regel etwa eine Stunde. Über ein minimalinvasives Verfahren werden keine Muskeln oder Sehnen durchtrennt und das tieferliegende Gewebe geschont – das bedeutet weniger Blutverlust und eine schnellere Genesung. Während der Operation wird zunächst der abgenutzte Hüftkopf entfernt, die Pfanne aufgefräst und die künstliche Gelenkpfanne meist zementfrei verankert; ebenso wird der Oberschenkelknochen für den Prothesenschaft vorbereitet. Nach wenigen Wochen ist die Bewegung meist wieder uneingeschränkt möglich, auch Sport.
Durch Verschleiß, Verletzungen oder andere Erkrankungen kann ein Ersatz des Kniegelenks nötig werden. Häufigster Grund ist der starke Gelenkverschleiß (Arthrose); ebenso können eine Knochennekrose (z. B. Morbus Ahlbäck), zurückliegende Verletzungen oder entzündliche Erkrankungen wie die rheumatische Arthritis eine Knieprothese erforderlich machen. Ein künstliches Gelenk kommt erst infrage, wenn nicht-operative Maßnahmen keinen dauerhaften Erfolg hatten.
Je nach Schädigung ersetzen wir nur Teile oder das gesamte Gelenk: Bei der Hemi-Schlittenprothese wird nur die innere oder äußere Gelenkhälfte überkront – die Prothese bewegt sich vollständig mit, was ein natürliches Gefühl im Knie ermöglicht. Sind beide Gelenkflächen betroffen, kommt eine ungekoppelte Prothese zum Einsatz, deren Ersatz an einem Kunststoff-Gleitlager entlanggleitet und so eine weitgehend natürliche Bewegung erlaubt. Bei starken Fehlstellungen oder Bandinstabilitäten setzen wir gekoppelte Prothesen ein, um dauerhaft stabile Gelenkverhältnisse herzustellen.
Verschleiß des Schultergelenks kann alltägliche Bewegungen wie das Heben des Arms stark einschränken. Eine Schulterprothese kann die Beweglichkeit zurückgeben und Schmerzen lindern. Empfohlen wird sie unter anderem bei starkem Gelenkverschleiß (Omarthrose), bei einer Nekrose des Oberarmkopfes, bei rheumatischen Erkrankungen, bei irreparablen Schäden durch Verletzungen (besonders Brüchen des Oberarmkopfes) sowie bei Verschleiß oder alten Verletzungen der Rotatorenmanschette.
Welche Prothese infrage kommt, entscheiden wir individuell. Grundsätzlich gibt es drei Varianten: Bei der Teilprothese wird nur der Gelenkkopf durch eine Oberflächenprothese ersetzt – vor allem bei Brüchen des Oberarmkopfes. Sind beide Gelenkflächen geschädigt, kommt die Totalendoprothese zum Einsatz: Eine Titanprothese ersetzt den Oberarmkopf, eine Kunststoffpfanne wird in der originalen Gelenkpfanne verankert; diese Variante entspricht dem natürlichen Aufbau des Gelenks. Bei stark geschädigten Muskeln und Sehnen wird die inverse Schulterprothese gewählt: Hier ist das Gelenk umgekehrt angeordnet – eine Titanhalbkugel sitzt in der Pfanne, im Oberarmknochen wird eine konkave Gelenkfläche verankert. Das erhöht die Stabilität und erhält die Beweglichkeit weitgehend, auch wenn die Rotatorenmanschette geschädigt ist.
Als zertifiziertes EndoProthetikZentrum (EndoCert) erfüllt unsere Klinik hohe Qualitätsansprüche beim Einsatz und Wechsel künstlicher Knie- und Hüftgelenke. Eine Besonderheit am Standort Emden: Die Hüftprothese setzen wir in den meisten Fällen über einen minimalinvasiven Zugang ein. Regelmäßige Überprüfungen bestätigen diese Qualität immer wieder aufs Neue.