Geriatrie heißt übersetzt Altersmedizin und ist spezialisiert auf die Besonderheiten des älteren Patienten. Unter einem ganzheitlichen Ansatz erfolgt in unserer Klinik am Standort Aurich eine spezialisierte Diagnostik und Therapie zur Behandlung akuter Erkrankungen bei gleichzeitiger geriatrischer Frühmobilisation.
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In der Klinik für Akutgeriatrie am Klinikstandort Aurich behandeln wir ältere Menschen, die akut erkrankt sind, und führen gleichzeitig eine geriatrische Frühmobilisation unter Berücksichtigung vorhandener Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie aktueller gesundheitlicher Einschränkungen durch.
Wir sind Spezialisten für die Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen älterer Patienten. Die Akutgeriatrie ist keine Rehabilitationseinrichtung: Auf der Station verweilen unsere Patienten nur so lange, wie es die Behandlung der akuten Erkrankung erfordert.
Zu Beginn des Aufenthalts erfolgt eine geriatrische Beurteilung (Assessment) als Grundlage für den individuellen Behandlungsplan. Die Behandlung führt ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeitern durch.
Im Mittelpunkt der Therapie steht das (Wieder-)Erlangen und Erhalten der Selbstständigkeit im Alltag. Gerade bei älteren Menschen ist eine frühe Mobilisation besonders wichtig: Bereits ein Tag Bettruhe kann einen Rückschritt bedeuten, dessen Aufholen etwa drei Tage dauert. Ein fester Tagesablauf hilft dabei, die Selbstständigkeit im Alltag zurückzugewinnen. Besonders eng arbeiten wir mit der Unfallchirurgie zusammen: Als zertifiziertes Alterstraumazentrum versorgen wir Patientinnen und Patienten mit Knochenbrüchen nach Stürzen gemeinsam und ganzheitlich.
Bitte bringen Sie für Ihren Aufenthalt auf der Station folgende Dinge mit:
Checkliste:
Anmeldeformular
Um eine Patientin oder einen Patienten für den Aufenthalt in unserer Klinik anzumelden, nutzen Sie als einweisende Praxis oder Klinik bitte das Anmeldeformular.
Die Physiotherapie ist Teil der interdisziplinären Therapie. Mit Unterstützung der Therapeuten üben Sie sicheres Aufstehen, Gehen und, wenn möglich, Treppensteigen. Ziel ist es, dass Sie sich nach Ihrem Aufenthalt wieder möglichst selbstständig bewegen können.
Im Rahmen der interdisziplinären Therapie erfolgt auch eine Ergotherapie, bei der Fähigkeiten trainiert werden, die Sie im Alltag brauchen – zum Beispiel Feinmotorik, Gleichgewicht und Konzentration. So gelingt es leichter, Tätigkeiten wie Anziehen oder Essen wieder eigenständig auszuführen. Über die Ergotherapie erfolgt außerdem die Verordnung von notwendigen Hilfsmitteln für die weitere ambulante Versorgung.
Bei Sprach- oder Schluckstörungen, die im Alter oder durch eine Erkrankung auftreten können, hilft die Logopädie gezielt weiter. Das ist besonders wichtig, damit Essen und Trinken sicher gelingen.
Was in den Therapien geübt wird, führen wir in der aktivierenden und rehabilitativen Pflege rund um die Uhr auf Station weiter. So wird aus einzelnen Übungen für die Dauer der Behandlung Ihrer akuten Erkrankung ein durchgängiger Weg zurück in den Alltag.
Im Rahmen Ihres Aufenthalts in der Akutgeriatrie erfolgt eine psychologische Diagnostik und Begleitung. Diese umfasst unter anderem Gedächtnis- und Konzentrationstests zur Abklärung von Gedächtnis- und Denkstörungen sowie unterstützende Gespräche. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten bei der Bewältigung ihrer Erkrankung zu helfen und Hinweise auf mögliche kognitive Einschränkungen oder eine Demenzerkrankung frühzeitig zu erkennen. Auch Angehörige werden auf Wunsch oder bei Bedarf in die Beratung einbezogen. Sie erhalten Informationen, Unterstützung und die Möglichkeit, offene Fragen gemeinsam mit dem Behandlungsteam zu besprechen.
Während Ihres Aufenthalts planen wir gemeinsam mit Ihnen und Ihren Angehörigen die Zeit nach der Entlassung. Je nach individuellem Unterstützungsbedarf organisieren wir die weiterführende Versorgung – beispielsweise eine geriatrische Rehabilitation, ambulante oder stationäre Pflege oder weitere unterstützende Angebote. Unser Ziel ist es, einen reibungslosen Übergang vom Krankenhaus in die häusliche Umgebung oder eine weiterführende Einrichtung zu ermöglichen und die bestmögliche Versorgung auch nach dem Krankenhausaufenthalt sicherzustellen.
Nach Knochenbrüchen durch Stürze arbeiten wir eng mit der Unfallchirurgie zusammen. So werden Verletzung, Erkrankungen und Mobilität von Anfang an gemeinsam behandelt, statt nacheinander.
Akut steht für eine Behandlung einer akuten Erkrankung, die im Krankenhaus behandelt
werden muss. Geriatrie bedeutet Altersmedizin und ist ein Spezialgebiet der Medizin. Der
Fokus liegt auf der akutmedizinischen Behandlung von Krankheiten bei älteren
multimorbiden Patienten.
Die Aufnahme auf die Akutgeriatrie ist nur möglich, wenn eine stationäre Behandlung einer
akuten Erkrankung notwendig ist. Das kann z. B. eine Lungenentzündung, Infektion,
Wassereinlagerung in der Lunge, Schlaganfall oder eine Verschlechterung eines Morbus
Parkinson sein.
Im gemeinsamen Alterstraumazentrum mit den Unfallchirurgen werden z. B. nach einem
Knochenbruch die Patienten direkt aus dem OP auf die Akutgeriatrie übernommen.
Es besteht eine Altersgrenze: Bei einer vorliegenden geriatrischen Multimorbidität können
Patienten ab 70 Jahre aufgenommen werden, ab 80 Jahren muss keine geriatrische
Multimorbidität vorliegen, da ein 80-jähriger Patient formal als geriatrisch gilt. Nicht jeder
Patient mit 80 Jahren wird auf die Akutgeriatrie übernommen. Hauptkriterium ist eine
plötzliche Verschlechterung der Mobilität und Selbstständigkeit durch eine akute Erkrankung.
Ausschlusskriterien sind eine Bettlägerigkeit seit vielen Monaten, Pflegegrad 5 und eine
fortgeschrittene schwere Demenz.
Frührehabilitation bedeutet eine intensive, frühzeitig und unmittelbar beginnende
therapeutische Behandlung, die parallel zur akuten medizinischen Versorgung einer
Erkrankung erfolgt. Im Rahmen der akutgeriatrischen Behandlung erfolgt im Gegensatz zu
anderen Abteilungen eine spezielle geriatrische Frührehabilitation.
Dies beinhaltet Therapien des gesamten geriatrischen Teams durch die Berufsgruppen
Ärzte, aktivierende therapeutische Pflege, Physio- und Ergotherapie, Logopädie,
Psychologie und Sozialdienst.
Nein. In einer geriatrischen Reha können die Patienten bis zu drei Wochen rehabilitativ
behandelt werden. Häufig geschieht das nach einer Operation oder aufgrund einer
zunehmenden allgemeinen Verschlechterung. In der Akutgeriatrie ist die Dauer des
Aufenthalts abhängig von der akuten Erkrankung und nicht abhängig von der Mobilisation.
Der Unterschied ist insbesondere die vielschichtige Behandlung durch unterschiedliche
Berufsgruppen. Die Patienten werden z. B. im Bereich der Pflege durch eine therapeutisch
aktivierende Pflege wieder in die Selbstständigkeit geführt. Zudem erfolgt eine intensive
Physio- und Ergotherapie und bei Bedarf eine logopädische Behandlung und psychologische
Mitbetreuung. Ein weiterer Unterschied ist die besondere Ausbildung der Ärzte, die
Internisten mit der Zusatzausbildung Geriatrie sind und die Patienten altersentsprechend
behandeln.
Ein häufiges Problem beim älteren Menschen und zum Teil auch begleitende Ursache für die
Aufnahme ins Krankenhaus ist die Multimedikation. Werden mehr als fünf Medikamente
eingenommen nimmt die Wahrscheinlichkeit erheblich zu, dass unerwünschte
Arzneimittelnebenwirkungen und unüberschaubare Interaktionen zwischen den
Medikamenten auftreten. Das Fachgebiet der Geriatrie ist darauf spezialisiert, die Medikation
kritisch zu überprüfen und eine Anpassung, Absetzung oder Umsetzung vorzunehmen. Das
Ziel sollte eine Überführung von „schlechter“ Medikation in eine „gute“ sein.
Zusammenfassend ist der Unterschied die medizinische Versorgung durch Altersspezialisten
und die geriatrische Frührehabilitation.
Die Abteilung verhindert häufig eine Pflegebedürftigkeit schon parallel zur
Krankenhausbehandlung und stabilisiert die Patienten auf einen längeren Zeitraum.
Bei älteren Patienten baut sich die Muskulatur schneller ab, einen Tag zu liegen bedeutet
einen Rückschritt von drei Tagen in der Selbstständigkeit. Zudem besteht ein hohes Risiko
für weitere Komplikationen, z. B. postoperativ oder im Rahmen einer schweren Erkrankung
verwirrt zu sein oder eine Lungenentzündung zu entwickeln.
Das Ziel ist immer einer Entlassung nach Hause mit einem gut organisierten ambulanten
Unterstützungssystem. Mit allen Berufsgruppen wird eine Versorgungsstruktur festgelegt, die
durch unseren Sozialdienst organisiert wird.
Ziel ist zudem eine Rehabilitationsfähigkeit zu erlangen, um die Patienten dann in eine
weiterführende geriatrische Rehabilitation entlassen zu können.
Die Altersmedizin ist eine junge Wissenschaft der Medizin mit einem ganzheitlichen
medizinischen Ansatz. Der Patient wird ganzheitlich betrachtet und nicht nur einzelne
Organe wie z. B. das Herz oder die Lunge.
Eine medizinische Versorgung durch Altersspezialisten, die für diesen Bereich eine spezielle
Ausbildung durchlaufen haben. Eine Pflegebedürftigkeit und Einschränkung der Mobilität soll
frühzeitig verhindert werden durch die gleichzeitige akutmedizinische Versorgung der
Patienten und geriatrische Frührehabilitation. Die Akutgeriatrie verhindert häufig eine
Pflegebedürftigkeit und ermöglicht die Rückkehr in die Häuslichkeit. Zudem erfolgt eine
schnellere Regeneration im Rahmen der akuten Erkrankung. Durch diese spezielle
Stabilisierung wird eine Wiederaufnahme ins Krankenhaus häufig verhindert. Das Ziel ist
dem älteren Menschen seine Lebensqualität wiederzugeben.
„Das ist eine Psychiatrie, da sind nur die verwirrten und die pflegebedürftigen Patienten.“
Auf die Akutgeriatrie werden nur Patienten mit dem Potenzial, ihre Selbstständigkeit
wiederzuerlangen, aufgenommen. Patienten mit einer fortgeschrittenen Demenz profitieren
nicht von der Akutgeriatrie und sollten schnellstmöglich in ihre gewohnte Umgebung
entlassen werden. Wohingegen Patienten mit einem akuten Delir aufgrund der
Tagesstruktur, Aktivierung durch alle Berufsgruppen und geriatrischen ärztlichen Behandlung
von der Abteilung profitieren.
„Alle wollen alt werden, aber niemand will es sein.“
Viele Patienten sind der Meinung, dass sie dort nicht hingehören. In der Gesellschaft liegt
der Fokus darauf jung zu sein und nicht, dass wir alle alt werden.